Netzwerktreffen 2012
"Wie sag ich's richtig?"
Mittwoch, 7. März 2012 in Weinfelden
Thomas-Bornhauser-Sekundarschulzentrum

Sabine Brüni-Wieland

Im Jahr 2002 beauftragte der Kanton die Perspektive Thurgau ein regionales Netzwerk Gesunde Schule aufzubauen und zu koordinieren. Im diesjährigen Netzwerktreffen wurde daher auch das 10-jährige Jubiläum Gesunde Schule Thurgau gefeiert. Die Vertreterinnen und Vertreter der inzwischen 44 Mitgliedschulen und weitere Gäste waren zu einem abwechslungsreichen Programm zu Kommunikation und Klang eingeladen.
Bruno Bieri, genialer Musikant aus Bern,  stimmte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Hang und Xang in die Thematik des Treffens ein. Mit diesem in der Schweiz entwickelten Instrument und seiner Stimmakrobatik vom Mani Matter Lied bis zum Oberton Gesang, verzauberte Bieri das Publikum von Beginn an.

Persönlichkeitsfördernd kommunizieren
Daniel Hunziker, der Hauptreferent des Nachmittags ist Leiter der Initiative Schulen der Zukunft der Sinnstiftung in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerald Hüther und Absolvent der familylab-Seminarausbildung bei Jesper Juul. Er definierte als erstes den Begriff Persönlichkeit, um dann weiter zu erläutern, wie persönlichkeitsfördernd kommuniziert werden könne. Auf der Ebene der verbalen Kommunikation sei die Grundhaltung der Gleichwertigkeit relevant: Der Dialog solle von Subjekt zu Subjekt gehalten werden. Dies sei von grosser Relevanz gerade in der Kommunikation mit Kindern, wo oft auf der Ebene Subjekt-Objekt kommuniziert werde. Eine persönlichkeitsförderende Kommunikation setzt voraus, dass die Aufrechterhaltung der Identität, der Integrität eines Menschen geachtet werde. Das Selbstbild zeige das auf, was man glaubt zu sein und dessen Schutz sei für die Integrität zentral. Solange Kinder spüren, dass ihre Integrität geschützt ist, würden sie gerne mit Erwachsenen kooperieren.

„Beziehung erzieht“
Daraus ergibt sich dann auch eine Differenzierung zwischen Beziehung, in welcher man sich auf das Gegenüber im Moment einlässt und zwischen Erziehung, welche den Fokus der Erwachsenen auf die Zukunft richtet, mit dem Ziel, dass das das Kind dereinst besser funktionieren soll, als im Moment. Und dabei müssten Erwachsene und nicht das Kind für die Qualität der Beziehung verantwortlich sein. Auch könnten starre Regeln nie Beziehungen ersetzen, welche nicht intakt seien.

Aktives Zuhören, Fragen stellen und authentisches Verhalten. Die Workshops.
In Workshops mit verschiedenen Fachpersonen folgte dann die praktische Vertiefung und Umsetzung unterschiedlicher Kommunikationsformen. So legte lic. phil. Doris Grauwiler, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung und Prävention bei der Perspektive Thurgau unter anderem grossen Wert auf die Vermittlung von Zuverlässigkeit gegenüber Kindern und Jugendlichen und auf das Wahren von Authentizität. Kinder würden keine drei Kopf grösseren Kumpel an ihrer Seite brauchen; die Erwachsenen müssten sich ihrer Rolle und ihrer Reaktionen stets bewusst sein.
Barbara Vogel, Gordon Kommunikationstrainerin erklärte, wie durch die Technik des aktiven Zuhörens Botschaften des Gegenübers entschlüsselt werden können. Durch diese Technik würden sich Kinder verstanden und abgeholt fühlen und dies ermögliche ihnen wiederum, eigene Lösungsansätze für ein Problem zu finden.
Lösungsorientierte Ansätze zeigte auch Dieter Elmer, Leiter des Zentrums für lösungsorientierte Beratung in Winterthur auf. In seinem Workshop lag der Fokus auf der richtigen Fragestellung. Er vermittelte eindrücklich, wie man durch Fragen das Selbst-be-wusst sein wecken und aus der Problemtrance erwachen kann. Eine Sichtweise auf das, was eigentlich recht gut funktioniert und nicht nur auf unerwünschtes Verhalten, sind im Be- und Erziehungsalltag bereichernd für beide Seiten.
Karin Däneke, Trainerin in Kommunikation und Selbstmanagement erläuterte, wie mittels gewaltfreier Kommunikation die tieferen Bedürfnisse des Kindes verstanden werden können und wie, ohne auf die eigene Bedürfnisse verzichten zu müssen, eine Atmosphäre des Vertrauens zueinander gewahrt werden könne. Wie auch in den anderen Workshops stellten die Teilnehmenden einen Transfer zu ihrem eigenen Erziehungsalltag her.

Alphorn-Blues
Zum Abschluss des Tages fasste Bruno Bieri das Thema auch dahingehend zusammen, dass kommunizieren auch immer mit zuhören und einander verstehen zu tun habe, wie auch in der Musik. Und so lauschten die Teilnehmerinnen  und Teilnehmer fasziniert dem Blues, den der Musikant auf seinem ausziehbaren Plastik-Alphorn zum Abschied blies.

 

Weitere Informationen zu Daniel Hunziker finden Sie auf folgenden Homepages:

www.sinn-stiftung.eu | www.schulen-der-Zukunft.org
www.bildungsreich.ch

 
Das nächste Netzwerktreffen

findet im Frühjahr 2013 statt.


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